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Shanghai  im überblick

Fläche: 6340,5 qkm    davon City: 2642,6 qkm

Bevölkerung: 17,42 Mio.   davon City: 9,48 Mio.

Shanghai liegt im Osten Chinas, südlich der Yangtse-Mündung, vier Meter über Normalnull – auf dem gleichen Breitengrad wie Kairo und New Orleans. Das Klima ist subtropisch mit feuchtkalten Wintern und schwül-heissen Sommern. Es wird Hochchinesisch (putonghua) und Shanghaier Dialekt (shanghaihua) gesprochen. Englisch ist (noch) nicht weit verbreitet.

Die Stadt Shanghai, die als Fischerdorf Hu Du bereits seit 770 v. Chr. existiert, wird im 13. Jahrhundert erstmals unter diesem Namen als Kreisstadt erwähnt. Im Jahre 1685 erhält Shanghai ein Zollhaus – und avanciert damit zur internationalen Hafenstadt, die damals bereits 200.000 Einwohner zählte.

In den sog. Ungleichen Verträgen von Nanjing (1842) wird die Qing-Regierung gezwungen, Shanghai, das Handelszentrum des Yangtse-Deltas mit 400.000 Einwohnern, für den Handel mit dem Westen zu öffnen. Ausländern wird das Recht eingeräumt, Handelsniederlassungen zu gründen und diese selbständig zu verwalten. Die erste ausländische Niederlassung wird 1845 von Grossbritannien gegründet, die Vereinigten Staaten von Amerika folgten 1848 und Frankreich 1849.

Damit stand dem kometenhaften Aufstieg Shanghais nichts mehr im Wege. Anfang des 20. Jahrhunderts war Shanghai die schillerndste, modernste, dekadenteste und wirtschaftlich erfolgreichste Stadt Asiens.

Mitte der 20er Jahre mehrten sich in Europa die politischen Warnzeichen; europäische Flüchtlinge begannen, die Stadt zu überschwemmen. Der Einmarsch der japanischen Truppen 1937, der viele Opfer unter der chinesischen Zivilbevölkerung forderte, war der Anfang vom Ende. Während der Besetzung der Stadt ging das Leben für die Ausländer fast normal weiter – bis zum Angriff auf Pearl Harbour 1941. Mit dem Kriegseintritt der USA wurden die britischen und amerikanischen Bewohner interniert, die Stadt war von europäischen Flüchtlingen überschwemmt. Mit der Machtübernahme durch die Kommunisten 1949 kam das endgültige Aus. Die Besitztümer der Ausländer wurden enteignet, und ihre Zahl tendierte in den 50er Jahren gegen Null. Auch die reichen chinesischen Bewohner verließen mehrheitlich die Stadt und gingen nach Hongkong oder Taiwan.

1990 wurde auf Parteibeschluss auf dem östlich des Huangpu-Flusses gelegenen Sumpfgebiet Pudong ein neues Wirtschaftsgebiet ausgewiesen – Phönix erhob sich aus der Asche.

(Alle folgenden statistischen Daten: Ende 2003)

Das neue Shanghai orientiert sich allerdings nicht mehr an Paris, sondern an New York. Es ist eine Stadt der Superlative, eine der grössten Metropolen der Welt, mit einem Meer von Wolkenkratzern und steilem Wirtschaftswachstum.

Shanghai besteht aus 15 städtischen und 3 ländlichen Bezirken sowie der Pudong New Area.

In Shanghai leben 17,11 Mio. Menschen, zusätzlich noch ca. 3 Mio. Wanderarbeiter. Shanghai ist die erste Stadt in China mit einem negativen Bevölkerungswachstum. Seit 1993, d. h. seit elf Jahren, verzeichnet die Stadt diesen Trend. Im Jahre 2003 lag das natürliche Bevölkerungswachstum bei -0,33 % (Geburtsrate: 0,43 %, Sterberate: 0,76 %).

77,6 % der Bevölkerung wohnen in den städtischen und 22,4 % in den ländlichen Bezirken; die durchschnittliche Bevölkerungsdichte im Stadtbereich ist 2.116 Personen pro Quadratkilometer.

Das verfügbare Haushaltseinkommen pro Jahr in den städtischen Bezirken beträgt 14.867,00 Renminbi (RMB), in den ländlichen Bezirken sind es 6.658,00 RMB (1 Euro = ca. 10 RMB).

Die Arbeitslosenrate in den städtischen Bezirken liegt bei 4,9 %.

Shanghai hat einen Anteil von 5,4 % am chinesischen Bruttosozialprodukt und von 25 % der Einfuhren.

Das höchste und eines der schönsten Hochhäuser in Shanghai ist der 421 Meter hohe Jinmao Turm in Pudong. Entworfen vom amerikanischen Architekten-Team Skidmore, Owing & Merrill ist es ein gelungenes Beispiel west-östlicher Architektur. Die 88 Stockwerke hohe Glas-Stahl-Konstruktion ruht auf 80 Meter langen Stahlfundamenten, und jeder Abschnitt des Turms ist um ein Achtel schmaler als die Basis mit 16 Geschossen. Dahinter verbirgt sich chinesische Zahlenmythologie – die Ziffer 8 bedeutet Glück, da sie ähnlich klingt wie das Wort für Reichtum. In dem pagodenähnlichen Gebäude befindet sich neben Büros vom 53. bis zum 87. Stock das höchste Hotel der Welt und im 88. Stock eine Aussichtsplattform.

Die Verkehrsinfrastruktur wird verstärkt ausgebaut. Es fahren auf 10.500 km Strassen und mehrspurigen Stadtautobahnen insgesamt 1,5 Mio. Autos, davon 18.000 öffentliche Busse und 49.000 Taxis, durch Shanghai. Drei U-Bahnlinien werden weiter ausgebaut, neue Linien sind geplant. Trotzdem gibt es zu den Hauptverkehrszeiten regelmässig Verkehrsstaus. Auch die Verbindung nach Pudong ist dann problematisch, trotz sechs Brücken und vier Tunneln.

Für Ausländer ist es gewöhnungsbedürftig, dass die Bürgersteige als Rad- bzw. Motorradwege und Fahrradparkplätze zweckentfremdet werden.

Auch das glitzernde Shanghai kämpft mit den Problemen aller Großstädte: Luft- und Wasserverschmutzung, Lärm und – neuerdings - auch noch Energieknappheit.

Durch die zunehmende Verkehrsdichte ist den Anstrengungen der Stadtregierung, die Luft- und Lärmverschmutzung durch verbessertes Verkehrsmanagement und den Ausbau der U-Bahn einzudämmen, nicht der gewünschte Erfolg beschieden.

Es werden auch vermehrt Parks ausgewiesen; insgesamt gibt es 9.450 ha öffentliche Grünflächen.

Der Wasserverschmutzung wird durch den Bau und die Modernisierung von Kläranlagen und Rehabilitierungsprogrammen für die Flüsse begegnet. Trotzdem ist das Wasser noch so belastet, dass Wasser aus dem Wasserhahn keine Trinkqualität hat.

Die Energieknappheit ist vor allem im Sommer ein Problem. Wenn in den Einkaufspalästen, Hotels, Büros und Wohnungen die Klimaanlagen auf Hochtouren laufen, dann übersteigt die Nachfrage das Angebot. Auch in einem kalten Winter kann es zur Knappheit kommen. Es gibt keine Heizungen in den Gebäuden, daher werden die Klimaanlagen auf Heizen umgestellt und der Stromverbrauch steigt entsprechend.

Die Stadtregierung versucht, durch Ausbau der Stromerzeugung und flankierende Massnahmen die Situation in den Griff zu bekommen. So sind für unterschiedliche Bereiche Zeiten für Nachfragespitzen festgelegt, zu denen erhöhte Gebühren zu zahlen sind (z. B. von 08:00 h – 11:00 h für Industrie, von 18:00 h – 21:00 h für Hotels). In kritischen Zeiten wird den Einkaufszentren und Hotels vorgeschrieben, auf wie viel Grad sie kühlen dürfen. Auch Betriebe können betroffen sein: So durften im Sommer 2004 in einigen Bezirken Firmen ihre Produktion nur nachts laufen lassen – was zu entsprechend höheren Personalkosten führte.

Shanghai ist eine interessante, lebendige und aufregende Stadt, die vor Selbstbewusstsein und Zuversicht nur so strotzt, aber es ist keine einfache Stadt. Man braucht gute Nerven und viel Geduld, vor allem wenn man nur wenig oder kein Chinesisch spricht.

 
Traditionsreiche Gemeinden und Städte um Shanghai
 
 

Fläche: 6340,5 qkm    davon City: 2642,6 qkm

Bevölkerung: 13,05 Mio.   davon City: 9,48 Mio.

Die größte Stadt Chinas hat sich inzwischen so schnell entwickelt wie keine andere in China, das sich insgesamt in einer rasanten Entwicklung befindet. Die Bilder sind noch schöner, wenn Sie umblättern.
 
Shanghai ist eine berühmte Metropole in China. Alle Merkmale einer modernen Stadt sieht man hier. Neben den engen alten Geschäftsgassen mit Geldverleiherhäusern, Juwelierläden und Teehäusern sind hier auch Bürohochhäuser konzentriert, in denen die mächtigen Multikonzerne Quartier nehmen. Es gibt in Shanghai sowohl den Tempel des Stadtgottes für die breiten Massen, als auch katholische Kirchen. Diese vielfältigen Attraktionen sind zweifelsohne ein Magnet für die Touristen, aber für die modernen Städter sind die traditionsreichen Dörfer und Gemeinden in Shanghais Vororten und im Umland am interessantesten. Für sie ist die Landschaft dort traumhaft.

Landschaft im Vorort

Vielleicht weil China ein Agrarland ist, haben die Chinesen eine angeborene Erdgebundenheit. Sie mögen die in einem klassischen Gedicht beschriebene idylische Landschaft: Ein Wohnhaus liegt an einem Bach, über den eine kleine Brücke führt. Das Lokalkolorit einer alten Gemeide beeindruckt die Menschen am meisten. Im Vorort Shanghais gibt es viele alte Gemeinden aus der Ming- und Qing-Dynastie (1368-1644, 1644-1911). Die alte Gemeinde Zhujiajiao zählt zu den gut erhaltenen alten Gemeiden. Diese Ortschaft gab es bereits vor 1700 Jahren in der Periode der Drei Reiche (220-280). Sie hat sich in der Ming-Dynastie zu einer prosperierenden Gemeinde entwickelt.

Heute gibt es in der Gemeinde Zhujiajiao gut erhaltene alte Straßen und Bauwerke. Zur Pflege der örtlichen Tradition wurden viele alte Gewerbezweige neu belebt. In Schiffen auf dem Kanal wird der Handel mit Fischereiprodukten getrieben, Frauen in farbenprächtiger Kleidung auf Booten pflücken Wassernüsse. Das idylische Leben sieht wie ein Gemälde aus.

In der Gemeinde Zhujiajiao gibt es viele Imbißstände und Fachgeschäfte für traditionelle Spezialitäten. Viele davon kann man nur vor Ort kaufen bzw. probieren.

Der Guilin-Park befindet sich im Bezirk Xujiahui und zählt eigentlich nicht zum Vorort Shanghais. Es gibt dort viele Arten von Duftblüten-Bäumen, die dem Park ein ländliches Gepräge geben. Im September jedes Jahres blühen die Duftblüten-Bäume, und der Park ist von ihrem Duft erfüllt. Die Parkbesucher können nicht nur den Duft genießen, sondern auch den mit Duftblüten hergestellten Wein trinken, den mit Duftblüten hergestellten Zucker kosten und die mit diesem Zucker zubereiteten Lotuswurzeln probieren. Dieser Park bietet eine gute Gelegenheit für die Städter, in die Natur zu gehen.

Alte Gemeinden im Umland

Obwohl die Gemeinde Zhujiajiao eine recht gut gepflegte Gemeinde bei Shanghai ist, gehen viele Menschen lieber nach Suzhou, das etwa 100 km westlich von Shanghai liegt, um alte Ortschaften zu erleben. Dort liegen mehrere in der Ming- und Qing-Dynastie angelegte kleine Städte, die deutlich das architektonische Gepräge von damals tragen und so eine besondere Anmut und Vornehmheit zeigen. Die mit Steinplatten belegten Wege verbinden enge Gassen, die in einer ursprünglichen und ruhigen Atmosphäre liegen. Die durch die Gemeinde fließenden kleinen Flüsse und die Brücken in vielfältiger Form erinnern den Besucher an Venedig. "Die Sänfte geht durch die Tür hinein und Schiffe fahren an der Wohnung vorbei." Diese Beschreibung trifft auf kleine Gemeiden in Shanghais Umland zu. Auf der Straße oder an der Brücke erlebt man beim Anblick des malerischen Stadtbilds die Ursprünglichkeit dieser Gemeinde.

Die alte Gemeinde Zhouzhuang ist dadurch zu einer touristischen Attraktion geworden, dass der berühmte Maler Chen Yifei sie als Motive in seinen vielen Ölgemälden, die in China und im Westen hochgeschätzt sind, dargestellt hat. Die Gemeinde Zhouzhuang wurde während der diesjährigen Ministerkonferenz der APEC (Asia Pacific Economic Cooperation) in Shanghai als Tagungsort gewählt. Dadurch wird ihr Bekanntheitsgrad wohl enorm steigen.

1086 während der Nördlichen Song-Dynastie wollte Familie Zhou auf ihrem Anwesen einen Tempel bauen lassen, dafür stellte sie noch zusätzlich 13 Hektar Land zur Verfügung. Diese Stätte wurde später von den einheimischen Bewohnern als Anwesen Zhou bezeichnet und hat sich inzwischen zu einer typischen Stadt in der wasserreichen Region im Süden entwickelt.

Im Lauf der 900 Jahre hat die Gemeinde Zhou ihre ursprüngliche architektonische Form beibehalten. Die Umgebung ist ruhig und die Bauwerke sind in ursprünglicher Form erhalten. In dieser Gemeinde stammt über die Hälfte der Wohnhäuser aus der Ming- und Qing-Dynastie. Heute gibt es 100 alte Wohnhöfe und 60 mit Ziegelsteinschnitzerei dekorierte Tore. Das von der Familie Shen gebaute Wohnhaus ist ein typisches Wohnhaus aus alter Zeit. Es besteht aus sieben Wohnhofeinheiten und hat fünf Tortürme und insgesamt über 100 Zimmer.

Das Wohnhaus der Familie Zhang stammt aus der Ming-Dynastie. Es wurde im klassischen Baustil am Fluß gebaut. Es gibt Türme, Hallen, Korridore und einen Ankerplatz.

In der Gemeinde Zhouzhuang gibt es zahlreiche Flußarme und viele kleine Brücken. Es gibt dort zehn alte Brücken, um die sich der Efeu rankt. Wohnhäuser am Wasser, Ackerfelder und Bauernhöfe, alte Straßen und Gassen, dies alles bietet eine typische Landschaft in der Region südlich des Unterlaufs des Yangtse.

Die Gemeinde Tongli liegt 20 km südlich der Stadt Suzhou und hat Kennzeichen der Gemeinden aus der Ming- und Qing-Dynastie. Sie ist von mehreren Seen umgeben. Die Gemeinde hat eine Fläche von 0, 67 qkm und 15 Flußarme gliedern die Gemeinde in sieben Teile.

Die alte Gemeinde ist praktisch auf dem Wasser gebaut. Parallel zu den Straßen verlaufen die Flußarme. Über 20 Brücken aus alter Zeit verbinden die Straßen und Gassen. Die alten Geschäfts-und Wohnhäuser sind durch den Baustil in der Region südlich des Unterlaufs des Yangtse gekennzeichnet.

Über 40% der Bauwerke der Gemeinde stammen aus der Ming- und Qing-Dynastie. Sehr bekannte Sehenswürdigkeiten sind der Garten zum Nachdenken nach dem Rücktritt, das ehemalige Wohnhaus von Jicheng, die Halle zum fröhlichen Pflug und das Anwesen grüner Jade.

Die Gemeinde Luzhi liegt 25 Kilometer von Suzhou entfernt und ist eine traditionsreiche Gemeinde. Der Fluss Liuzhipu fließt durch die Stadt.

Diese Gemeinde ist durch die verzweigten Flußarme und alte Brücken bekannt. Auf einer Fläche von 1,1 qkm gibt es 40 Brücken aus der Song-, Ming- und Qing-Dynastie sowie aus der Neuzeit. Dadurch formt sich eine besondere Landschaft in der Gemeinde.

Die in altem Baustil gebauten Häuser, Straßen und Gassen bilden die Sehenswürdigkeiten, und auch die Frauentrachten tragen örtliche Merkmale: Die Frauen tragen ein helles Kopftuch und eine Schürze. Diese Bekleidung wirkt schlicht und harmonisch. Bezüglich der Landschaft und Bauwerke bietet die Gemeinde acht typische Attraktionen für den Tourismus.

Die alte Gemeinde Mudu ist 12 km von Suzhou entfernt. Einer Überlieferung zufolge hatte König He Lü des Staates Wu 514 v. Chr. während der Frühlings- und Herbstperiode beim Bau des Palasts im Berg Lingyan viel Edelholz als Tribut vom Staat Yue erhalten, so dass das Holz drei Jahre lang im Fluß lagerte und diesen staute. So kam es zu dem Namen Mudu.

Bereits in alter Zeit gab es in dieser Gemeinde verschiedene landschaftliche Attraktionen, darunter bekannte Tempel und Gärten. Aus verschiedenen historischen Gründen ist ein Teil der alten Bauwerke zerstört. Doch durch die erhalten gebliebenen Sehenswürdigkeiten kann man heute noch die Anmut der Landschaft dieser Gemeinde sehen.

 


  
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