China bestellt 60 ICE-Züge
 
China bestellt beim Siemens-Konzern 60 ICE-Hochgeschwindigkeitszüge. Der Vertrag wurde in Berlin beim Deutschlandbesuch von Chinas Staatspräsident Hu Jintao unterschrieben. Der Vorsitzende des Siemens-Aufsichtsrats, Heinrich von Pierer, erklärte, das Auftragsvolumen liege unter einer Milliarde Euro. Der Auftrag sei ein Durchbruch für die "überlegene deutsche ICE-Technik".

Nachfolgeaufträge winken

In China gehe man davon aus, dass der ICE 3 der beste und modernste Hochgeschwindigkeitszug sei. "Ich rechne damit, dass es zu weiteren Bestellungen kommt", sagte von Pierer. China brauche noch etwa 700 Hochgeschwindigkeitszüge. Dies bedeute eine Perspektive auch für "einige 1000 Arbeitsplätze" in der deutschen Zulieferindustrie für Eisenbahntechnik. Allerdings werde Siemens einen großen Teil der Züge in China fertigen.

Geistiges Eigentum soll geschützt werden

Die Gefahr eines baldigen ICE-Nachbaus in China sieht von Pierer nicht unmittelbar. Besonders mittelständische Unternehmen in Deutschland klagten über die Nachahmung ihrer Produkte, wenn sie sie nach China einführten, sagte von Pierer. Das Thema sei zunehmend auch für die Chinesen von Bedeutung, die nicht nur kopierten, sondern immer mehr Produkte selbst entwickelten.

Mehrere Verträge unterzeichnet

Nicht nur Siemens vereinbarte am Donnerstag umfangreiche Abkommen: Während des Treffens Hus mit Bundespräsident Horst Köhler unterzeichnete Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann eine Vereinbarung über die Zusammenarbeit mit einer chinesischen Bank. Der Telefonanbieter Arcor unterzeichnete eine Absichterklärung für Übertragungssysteme. Außerdem wurde ein Rahmenabkommen für ein Werk für Solarmodule mit deutscher Beteiligung abgeschlossen.

 

ARD