Chinas Staatspräsident Hu Jintao zu Besuch in NRW
 

Der chinesische Staatspräsident Hu Jintao ist in Nordrhein-Westfalen eingetroffen. Ministerpräsident Jürgen Rüttgers begrüßte den Gast am Samstagvormittag (12.11.05) bei seiner Ankunft auf dem Düsseldorfer Flughafen. Am Nachmittag besuchte Hu Jintao Dortmund.

Dem Empfang auf dem Flughafen folgte ein gemeinsames Mittagessen in der Düsseldorfer Innenstadt. Anschließend trafen sich der Staatschef und der Ministerpräsident zu politischen Gesprächen. Die verliefen nach Angaben von Regierungssprecher Thomas Kemper in "freundlicher Atmosphäre".

Rüttgers hatte im Gespräch sein Interesse an einem weiteren Ausbau der Zusammenarbeit von NRW und China betont. Rüttgers bat Hu darum, zu prüfen, ob ein chinesisches Generalkonsulat in Nordrhein-Westfalen errichtet werden könnte. Zudem regte er die Einrichtung eines gemeinsamen Expertenforums zum Thema Strukturwandel an. Der Strukturwandel stand dann auch im Mittelpunkt des Nachmittagsprogramms. Hu Jintao informierte sich darüber auf der ehemaligen Zeche "Minister Stein".

Klare wirtschaftliche Ziele

Technologie made in NRW

Im Vordergrund des Besuchs Hu Jintaos steht vor allem der Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen zwischen NRW und China. Das asiatische Land gilt als einer der Zukunftsmärkte für die deutsche Wirtschaft. Und auch die NRW-Unternehmen wollen am chinesischen Wirtschaftswachstum von bis zu neun Prozent teilhaben. Beispielsweise die RAG Aktiengesellschaft. Nach Angaben der Deutschen Presseagentur sollen bereits drei Verträge mit der RAG-Tochter DBT im Wert von 160 Millionen Euro vereinbart sein. Die DBT liefert Bergbautechnologie und gehört zu den führenden Unternehmen auf dem Weltmarkt. Rund 1.200 der weltweit 3.300 Beschäftigten arbeiten nach Firmenangaben in NRW.

 

Treffen mit Dortmunder Familie

Ein Kulturprogramm der besonderen Art beendet den Aufenthalt im Ruhrgebiet. Immerhin zwanzig Minuten lang will sich der chinesische Staatspräsident mit einer Dortmunder Bergarbeiterfamilie unterhalten - bei Kaffee und Apfelkuchen. Das hat allerdings einen kleinen Schönheitsfehler. Immerhin gibt es in Dortmund schon seit vielen Jahren keinen Bergbau mehr. Aber das hat der Staatsmann bis dahin sicher erfahren. Schließlich hat er kurz vorher gehört, was Strukturwandel in NRW bedeutet.

WDR

13-11-2005