|
Deutschland und China: eine
erfolgreiche Partnerschaft |
| |
(RegierungOnline, 11.11.2005) Der chinesische
Staatspräsidenten Hu Jintao weilt für vier Tage in Deutschland. Mit
Bundeskanzler Gerhard Schröder wird er am Freitag über die wirtschaftliche und
kulturelle Zusammenarbeit beider Länder sprechen und den Grundstein für ein
chinesisches Kulturzentrum in Berlin legen. Deutsche Unternehmen unterzeichneten
mit chinesischen Partnern bereits Geschäftsverträge in Höhe von rund einer
Milliarde Euro.
Hu besucht Deutschland auf Einladung von Bundespräsident Horst Köhler vom 10.
bis 13. November.
In den zurückliegenden Jahren haben sich die Beziehungen zwischen der
Bundesrepublik und China auf allen Feldern außerordentlich positiv entwickelt.
China sieht in Deutschland heute den nicht nur wirtschaftlich, sondern auch
politisch wichtigsten Partnern in Europa.
Fortsetzung einer erfolgreichen Partnerschaft
Davon zeugt nicht zuletzt der rege Besuchsaustausch beider Länder: Der damalige
Vizepräsident und heutige Präsident der Volksrepublik China Hu Jintao reiste
bereits im November 2001 zu einem mehrtägigen offiziellen Besuch nach
Deutschland. Der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao besuchte die
Bundesrepublik im Main 2004. Bundeskanzler Gerhard Schröders Reise nach China im
Dezember vergangenen Jahres war bereits sein sechster Besuch in der
Volksrepublik.
Enge Wirtschaftsbeziehungen
Auch die deutsch-chinesischen Wirtschaftsbeziehungen haben sich zu einer
Erfolgsgeschichte entwickelt. Im vergangenen Jahr erhöhte sich das Wachstum des
bilateralen Handelsvolumens um 21 Prozent auf 53,5 Milliarden Euro. Die Exporte
aus Deutschland nahmen um 15 Prozent auf 21 Milliarden Euro zu, die Importe aus
China erhöhten sich um 26 Prozent auf 32,5 Milliarden Euro.
China ist für Deutschland mittlerweile der wichtigste Handelspartner im
asiatisch-pazifischen Raum. Deutschland ist mit Abstand Chinas größter
europäischer Handelspartner. Seit 1998 hat sich das bilaterale Handelsvolumen
verdreifacht. Deutsche Unternehmen verkaufen hauptsächlich Maschinen und Anlagen
sowie elektrotechnische Produkte und Spezialgeräte, ferner Kraftfahrzeuge nach
China. Deutschland importiert vor allem elektrotechnische Erzeugnisse,
Textilien, Bekleidung sowie ebenfalls Maschinen und Anlagen
Mit Investitionen von rund 1 Milliarde US-Dollar waren deutsche Unternehmen die
größten europäischen Investoren in China. Deutsche Unternehmen haben bis Mitte
2004 Direktinvestitionen in China in Höhe von rund 9,8 Milliarden Dollar
getätigt. Zu dieser Summe kommen reinvestierte Gewinne hinzu. Die Investitionen
fließen neben dem Bereich der chemischen Industrie vor allem und schon
traditionell in die Sektoren des Automobilbaus sowie des Maschinen- und
Anlagenbaus.
Mit zunehmender Berechenbarkeit der Investitionsbedingungen in China hat sich
dabei in den vergangenen Jahren insbesondere der deutsche Mittelstand verstärkt
in China engagiert. Im Dezember 2003 wurde ein Abkommen über die Förderung und
den gegenseitigen Schutz von Kapitalanlagen unterzeichnet.
Intensive technologische und wissenschaftliche Zusammenarbeit
Besondere Symbolkraft für die deutsch-chinesische Zusammenarbeit bei
Spitzentechnologien hat das Transrapid-Projekt. Der Hochgeschwindigkeitszug, der
Shanghai mit dem 30 Kilometer entfernten Flughafen Pudong verbindet, absolvierte
am 31. Dezember 2002 im Beisein von Bundeskanzler Schröder seine Eröfnungsfahrt.
Die Bundesregierung hat das Pilotprojekt in Shanghai mit 100 Millionen Euro
bezuschusst und weitere 500 Millionen Euro mit Hermes-Bürgschaften abgesichert.
Der Lieferwert des deutschen Konsortiums aus Siemens und Thyssen-Krupp beläuft
sich insgesamt auf rund 760 Millionen Euro.
Auch die wissenschaftlich-technologische Zusammenarbeit hat sich in den
vergangenen Jahren deutlich intensiviert. Nahezu alle bedeutenden
Forschungseinrichtungen, zahlreiche Universitäten und bei vielen Projekten auch
industrielle Partner sind auf beiden Seiten in die Zusammenarbeit einbezogen.
Die Max-Planck-Gesellschaft (MPG) und die Chinesische Akademie der
Wissenschaften (CAS) haben im Mai 2004 den 30. Jahrestag ihrer intensiven und
erfolgreichen Zusammenarbeit gefeiert und beschlossen, ein Max-Planck-Institut
für "Computational Biology" in Shanghai zu gründen. Die Fraunhofer Gesellschaft
(FhG) und die Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren (HGF) haben
Repräsentanzen in Peking eröffnet.
Weiterentwicklung des Dialogs über Rechtsstaat, Menschenrechte und
Kultur
Wichtiges Element der Beziehungen zu China ist der bilaterale
Rechtsstaatsdialog. Die Bundesregierung hat im Rahmen ihres bilateralen
Menschenrechtsdialogs wiederholt deutlich gemacht, dass nachprüfbare
Fortschritte in den Bereichen Menschenrechte, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit
ein wichtiger Bestandteil für die weitere Intensivierung der Beziehungen
zwischen China und Deutschland bleiben.
Der umfassende deutsch-chinesische Rechtsstaatsdialog geht auf eine Vereinbarung
von Bundeskanzler Schröder und Ministerpräsident Zhu Rongji während während
eines China-Besuchs des Kanzlers im November 1999 zurück. Ausgehend von der
Unteilbarkeit des Rechtsstaates sollen Reformen in der Volksrepublik China
begleitet und ein gemeinsamer Beitrag zur Durchsetzung von rechtsstaatlichem
Denken und Menschenrechten geleistet werden. Seit dem Sommer 2000 werden im
Rahmen von Zweijahresprogrammen gemeinsame Projekte durchgeführt.
Deutsch-Chinesisches Dialogforum
Mit der Gründung eines Deutsch-Chinesischen Dialogforums, dessen erste
Veranstaltung am 11. November im Rahmen des Staatsbesuches stattfinden wird,
wollen beide Seiten zukünftig Vertreter der Zivilgesellschaft aktiver in die
Ausgestaltung der bilateralen Beziehungen einbeziehen. Diese Initiative geht auf
eine Vereinbarung von Bundeskanzler Schröder mit Ministerpräsident Wen Jiabao
vom Mai 2004 zurück.
Wie breit das Fundament der deutsch-chinesischen Beziehungen ist, wird auch an
der ebenfalls für dem 11. November geplanten Grundsteinlegung für das neue
chinesische Kulturinstitut in Berlin deutlich. Gerade der kulturelle und
insbesondere der akademische Austausch hat sich in den letzten Jahren sehr
positiv entwickelt.
| |
|
|
|