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Der deutsche Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hat
am Donnerstag seinen offiziellen China-Besuch beendet. Während seines
zweitägigen Aufenthaltes wurde der Bundesaußenminister in Beijing sowohl vom
chinesischen Staatspräsidenten Hu Jintao als auch vom Ministerpräsidenten Wen
Jiabao empfangen. Mit dem chinesischen Außenminister Li Zhaoxing erörterte er in
einem tiefgehenden Gespräch die bilateralen Beziehungen sowie internationale
Fragen.
Wenn man an die Beziehungen zwischen China und Deutschland
denkt, fallen einem sofort die engen Wirtschafts- und Handelsbeziehungen
zwischen beiden Ländern ein. Die chinesische Volkswirtschaft hat durch ihren
steilen Aufschwung in den vergangenen Jahren ein deutlich größeres Gewicht in
der Weltwirtschaft bekommen. Auch die chinesisch-deutschen
Wirtschaftsbeziehungen haben von diesem Aufschwung profitiert. Das große Gewicht
Chinas im wirtschaftlichen Bereich müsse sich auch in politischen und
strategischen Bereichen widerspiegeln, meinte Steinmeier während seines Besuchs
in China. Er plädierte dafür, die strategische Partnerschaft zwischen China und
Deutschland weiter zu vertiefen. Diese Ansicht teilte der chinesische
Außenminister Li Zhaoxing. Auf einer Pressekonferenz nach einem Gespräch mit
Steinmeier sagte Li am Mittwoch in Beijing:
"Die chinesische Regierung legt großen Wert auf die
Beziehungen mit Deutschland und räumt ihnen hohe Priorität in ihrer Außenpolitik
ein. In politischen Fragen haben wir ein gutes Verhältnis, und die Wirtschafts-
und Handelsbeziehungen beider Länder entwickeln sich sehr schnell. Zudem besteht
eine erfolgreiche Zusammenarbeit in den Bereichen Kultur, Bildung und
Gesellschaft. Wir reden aber auch über soziale Probleme in unseren Ländern und
tauschen dazu unsere Meinungen aus."
Ferner äußerte er die Hoffnung auf eine Fortsetzung der
regelmäßigen bilateralen Kontakte durch die gegenseitigen Besuche von
Spitzenpolitikern beider Länder. So freue er sich bereits auf einen Besuch der
deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel in diesem Jahr.
Bei ihrem Gespräch stimmten beide Außenminister darin
überein, dass im Rahmen eines strategischen Dialogs prinzipiell alle Fragen
offen zur Sprache kommen sollen, darunter auch Fragen der Menschrechte und des
Schutzes der geistigen Eigentumsrechte.
Bei den Gesprächen zwischen dem deutschen Bundesaußenminister
und chinesischen Spitzenpolitikern ging es nicht nur um die bilateralen
Beziehungen, sondern auch um internationale Probleme. Steinmeier nahm trotz
seines vollen Terminplans auch an einem Symposium unter dem Motto "Deutschlands
und Chinas gemeinsame Verantwortung in der internationalen Politik" in Beijing
teil. In einer Rede vor den Teilnehmern hob er die aktiven Bemühungen und die
wichtige Rolle Chinas in internationalen Angelegenheiten hervor:
"Der deutsche Außenminister freut sich darüber, dass es
Signale gibt, dass China bereit ist, globale Verantwortung zu übernehmen. Und
dieses Gespür war in den letzten Monaten deutlich zu spüren. Ich will nicht nur
erinnern an die aktive Rolle, die China in den Sechs-Parteien-Gesprächen über
Nordkorea übernommen hat. China hat beim Eintreten in diese Gespräche gesehen
und akzeptiert, dass ohne eine aktive Diplomatie dieses Landes Lösungen hier in
der Region, in Ostasien, für solche Fragen nicht zu finden sind. Ich stelle
Chinas Bereitschaft, globale Verantwortung zu übernehmen, auch bei der
Verhandlung der iranischen Nuklearfrage fest. Wir sehen, dass China uns während
des Verhandlungsprozesses unter dem Dach der europäischen Drei - Deutschland,
Frankreich, Großbritannien - gestützt hat. Aber was wichtiger ist: als dieses
Gespräch in eine Krise geriet, war China bereit, in den Londoner
Sechs-Parteien-Gesprächen eine gemeinsame Verständigung mitzutragen, die uns
letztendlich eine Lösung im Gouverneursrat der internationalen Aufsichtsbehörde
zustande bringen lassen hat."
Ferner würdigte Steinmeier die Bemühungen Chinas um die
Förderung der regionalen Zusammenarbeit, der Vertrauensbildung im ostasiatischen
Raum sowie den Wiederaufbau in Afghanistan. Dabei äußerte er die Hoffnung, dass
China als ständiges Mitglied des UN-Sicherheitsrates und als
bevölkerungsreichstes Land der Welt noch mehr Verantwortung auf der Weltbühne
tragen wird. In diesem Sinne werde Deutschland seine Beziehungen zu China zum
Nutzen für beide Seiten weiter ausbauen, sagte der deutsche Bundesminister
weiter. Dieser Meinung schoss sich der chinesische Außenminister an:
"Wir wollen uns mit der deutschen Seite gemeinsam bemühen,
die auf gutem Fundament stehende strategische Partnerschaft mit Deutschland
weiter zu entwickeln. Dies wird nicht nur den Völkern beider Länder dienen,
sondern auch Frieden, Stabilität und gemeinsamer Entwicklung in der Welt."
(CRI, 24. Februar 2006) |