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Der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao hat am
Donnerstag auf der Generaldebatte der 65. UN-Vollversammlung eine Rede mit dem
Titel "Dem wahren China ins Auge sehen" gehalten. Dabei ging er ausgehend von
den Gegebenheiten in China auf die Sorgen verschiedener Seiten um die zukünftige
Entwicklung des Landes ein. Wen Jiabao vermittelte dabei dem Plenum seine
Ansichten über das wahre China.
Am Anfang seiner Rede sagte Wen Jiabao deutlich,
obwohl das Bruttoinlandsprodukt Chinas weltweit den dritten Platz einnehme,
entspreche das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf in China nur etwa einem Zehntel von
dem in Industriestaaten. Die Reform und Öffnung habe der chinesischen
Bevölkerung erhebliche Verbesserungen gebracht, trotzdem sei das System der
sozialen Absicherung noch nicht ausgereift. Das Beschäftigungsproblem sei
schlimm. Die Chinesen würden allmählich ein aktiveres politisches und
gesellschaftliches Leben führen, aber man müsse das Demokratie- und Rechtssystem
weiter verbessern:
"Trotz der bisherigen Modernisierung existieren
in China gemeinsam nebeneinander Fortschritt und Rückstand. Neue und alte
Konflikte werden miteinander verwickelt. Daher steht China vor beispiellosen
Herausforderungen. Das Land befindet sich noch in der Primärphase des
Sozialismus und ist noch ein Entwicklungsland. Dies sind die grundsätzlichen
Gegebenheiten in China."
Wen Jiabao sagte weiter, das strategische Ziel
der chinesischen Regierung sei die grundsätzliche Verwirklichung der
Modernisierung Mitte dieses Jahrhunderts. Ausblickend auf die kommenden
Jahrzehnte werde die chinesische Bevölkerung unbeirrt den Weg der Reform und
Öffnung sowie der friedlichen Entwicklung weitergehen. China werde aufmerksam
seine Wirtschaft weiterentwickeln und die Reform des Systems weiterhin fördern,
betonte Wen Jiabao. Zudem wolle die chinesische Regierung die Öffnung
intensivieren, Bildung, Wissenschaft und Technologie weiter entwickeln und die
hervorragende chinesische Kultur übermitteln.
Am Ende seiner Rede wies der chinesische
Ministerpräsident darauf hin, dass China unbeirrt den Weg der friedlichen
Entwicklung weitergehen werde. Den Kern dieser friedlichen Entwicklung stelle
das Streben nach einem friedlichen internationalen Umfeld dar, um sich selbst zu
entwickeln. Gleichzeitig fördere man mit dieser Entwicklung den Frieden in der
Welt:
"China wird bei der Selbstentwicklung nach
gemeinsamer Entwicklung und gemeinsamer Prosperität der ganzen Menschheit sowie
nach gemeinsamen Interessen mit anderen Ländern streben. Bei dieser Entwicklung
schädigt und bedroht China niemandem und strebt auch keine Hegemonie an."
2010-09-24
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